{"id":400,"date":"2013-07-01T13:20:41","date_gmt":"2013-07-01T11:20:41","guid":{"rendered":"https:\/\/cwctest.de\/2013\/07\/01\/innovationen-das-handwerkszeug-deutscher-unternehmen\/"},"modified":"2013-07-01T13:20:41","modified_gmt":"2013-07-01T11:20:41","slug":"innovationen-das-handwerkszeug-deutscher-unternehmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/clockwise-consulting.de\/en\/2013\/07\/01\/innovationen-das-handwerkszeug-deutscher-unternehmen\/","title":{"rendered":"Innovationen &#8211; Das Handwerkszeug deutscher Unternehmen"},"content":{"rendered":"<p>von Olivia Paucker und Benjamin Koch<\/p>\n<p><b><span style=\"\\\"text-decoration:\" underline;\\\">Einleitung \u201eArbeiten Sie noch oder erfinden Sie schon?\u201c<\/span><\/b><\/p>\n<p>\u201eUnternehmen sind erfolgreich, wenn sie etwas radikal anders machen\u201c. Davon ist Andreas Bausch, Managementprofessor an der Justus-Liebig-Universit\u00e4t in Gie\u00dfen und Unternehmensberater, \u00fcberzeugt<a title=\"\\\"\\\"\" href=\"\/en\/\"#_ftn1\\\"\">[1]<\/a>.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"\\\"text-align:\" justify;\\\">Innovationen sind seit jeher die Triebfeder f\u00fcr Sto\u00dfkraft, Konjunktur und nicht zuletzt den bahnbrechenden Erfolg von Unternehmen in einzelnen Sparten oder ganzen Gesellschaften und k\u00f6nnen sogar, m\u00f6chte man einen gro\u00dfen Bogen spannen, ganze Generationen und die Weltwirtschaft beeinflussen. Ob man A.G. Bell mit der Erfindung des Telefons oder M. Zuckerberg mit der Gr\u00fcndung der Kommunikationsplattform Facebook als Paradebeispiele anf\u00fchrt, die Erfolgsgeschichten zahlreicher Produkt- oder Prozessinnovationen sind bestechend.&nbsp; So streben viele Unternehmen danach, die in den Medien viel diskutierte Innovationsf\u00f6rderung als Schl\u00fcsselkompetenz zu etablieren, scheint man doch nur eine Idee vom n\u00e4chsten Aufschwung entfernt. Gro\u00dfe Unternehmen wie Herrenknecht zeigen, dass innovative Ideen kein Zufall sind, sondern die Methoden zum Erfolg gelernt werden k\u00f6nnen<a title=\"\\\"\\\"\" href=\"\/en\/\"#_ftn2\\\"\">[2]<\/a>. Denn am Anfang jedes Unternehmens und jedes Erfolgs stand immer erst eine Idee und deren siegreiche Umsetzung.<\/p>\n<p style=\"\\\"text-align:\" justify;\\\">Wie Statistiken der PwC Studie (2012) zeigen, sind sich die mittelst\u00e4ndigen und gro\u00dfen Unternehmen der&nbsp; Notwendigkeit eines organisierten Innovationsmanagements auch durchaus bewusst. \u00dcber 90% der Unternehmen versuchen stetig, neue Ideen zu entwickeln und umzusetzen, um in der schnelllebigen Zeit Schritt zu halten und den Anschluss nicht zu verlieren<a title=\"\\\"\\\"\" href=\"\/en\/\"#_ftn3\\\"\">[3]<\/a>. Woran liegt es aber, dass einige Unternehmen dynamisch die Leiter des Erfolgs beschreiten und sogar in k\u00fcrzester Zeit zu hidden champions heranwachsen, w\u00e4hrend andere Unternehmen weiter auf der Stelle treten, der Routine zum Opfer fallen oder gar in der Bedeutungslosigkeit versinken? Ist eine innovative Idee eine Erleuchtung, begnadete Inspiration oder Intuition? Welche Wirkfaktoren bestimmen eigentlich ma\u00dfgeblich den Erfolg, die Stagnation oder das Scheitern im Innovationsmanagement eines Unternehmens? Und wie kann man dieses Wissen nutzen, um Innovationen gezielt zu f\u00f6rdern?<\/p>\n<p style=\"\\\"text-align:\" justify;\\\"><b><span style=\"\\\"text-decoration:\" underline;\\\">Gelebtes Innovationsmanagement \u2013 Ist der Weg frei von Hinder-<br \/>\nnissen?<\/span><\/b><\/p>\n<p style=\"\\\"text-align:\" justify;\\\">Die Innovationskraft eines Unternehmens h\u00e4ngt essentiell davon ab, wie die Kommunikation im Unternehmen gestaltet ist und welche Organisationsstrukturen ausdifferenziert sind. Wie das Frauenhofer Institut f\u00fcr Arbeitswirtschaft und Organisation aus Stuttgart mahnt, sollten sich innovative Unternehmen dadurch auszeichnen, dass seitens der Unternehmen \u201e[\u2026] Strukturen, Prozesse und Verhaltensweisen so [organisiert werden], dass sie kontinuierlich die Entwicklung von neuen Produkten, neuen Dienstleistungen und neuen Gesch\u00e4ftsmodellen f\u00f6rdern [\u2026]\u201c <a title=\"\\\"\\\"\" href=\"\/en\/\"#_ftn4\\\"\">[4]<\/a>. Das Felix Ahlers, Vorstandsvorsitzender der Frosta AG, den mutigen Weg zum strikten Reinheitsgebot in den Frosta Tiefk\u00fchlprodukten gegangen ist und mit der Revolution in seinem Tiefk\u00fchlsegment sogar zuerst massive Umsatzeinbu\u00dfen einstecken musste, zeigt, dass der Weg hin zum erfolgreichen Innovationsmanagement steinig sein kann und H\u00fcrden \u00fcberwunden werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"\\\"text-align:\" justify;\\\">Der Entwicklungstrichter, der den zukunftsweisenden, spektakul\u00e4ren Geistesblitz von allen anderen Ideen abgrenzen soll, und in so ziemlich allen betriebswirtschaftlichen B\u00fcchern gelehrt wird, findet sich in 99% der F\u00e4lle in der Praxis n\u00e4mlich nicht. Wie eine repr\u00e4sentative Umfrage des Verlags Business Village zeigt, tr\u00e4gt die so stark in der Mentalit\u00e4t verankerte Unsicherheitsvermeidung der deutschen Unternehmen dazu bei, dass ganze 70 % der Unternehmen so lange an Innovationen Zweifel hegen und sie in Warteschleifen pressen, bis&nbsp; sie sie letztlich doch fallen lassen oder gar andere innovative ausl\u00e4ndische Unternehmen mit einer \u00e4hnlichen Idee an ihnen vorbeiziehen und auf den Markt dr\u00e4ngen<a title=\"\\\"\\\"\" href=\"\/en\/\"#_ftn5\\\"\">[5]<\/a>.<\/p>\n<p style=\"\\\"text-align:\" justify;\\\">Dennoch existieren verschiedene Mechanismen, die sich die innovativ erfolgreichen Unternehmen zu Nutze machen. Trumpf setzt auf Ideenmanager, Herrenknecht bedient sich der Kaizenmethode&nbsp; und wieder andere schw\u00f6ren auf Arbeitskreise und Qualit\u00e4tszirkel.<\/p>\n<p style=\"\\\"text-align:\" justify;\\\">Im Folgenden sollen daher ausgew\u00e4hlte Strategien und Hebelmechanismen zur Innovationsf\u00f6rderung dargestellt werden.<\/p>\n<p><b><span style=\"\\\"text-decoration:\" underline;\\\">Kaizen \u201eZusammen sind wir stark\u201c<\/span><\/b><\/p>\n<p style=\"\\\"text-align:\" justify;\\\">Als einen der wichtigsten Bausteine im Innovationsmanagement sind nach wie vor die Organisationsstrukturen, die einen geb\u00fcrtigen Freiraum f\u00fcr Kreativit\u00e4t erlauben,&nbsp; hervorzuheben. Als innovationsf\u00f6rdernder Vorzeigearbeitgeber dient Toyota mit der Begr\u00fcndung der Kaizenmethode bis heute als Exempel. Aus den japanischen W\u00f6rtern, Kai= Ver\u00e4nderung und Zen= zum Besseren, abgeleitet, ist das Wort Gesetz. Ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess durch das stete Reflektieren bisheriger Strukturen und Prozesse ist nur durch die Einbeziehung aller Mitarbeiter m\u00f6glich. Getreu dem Motto \u201eZusammen sind wir stark\u201c kann damit ein direkter Gedankenaustausch stattfinden. Unternehmen m\u00fcssen sich also Wege erarbeiten und Kommunikationst\u00fcren \u00f6ffnen, um das sch\u00f6pferische Wissen, das in den K\u00f6pfen ihrer Mitarbeiter steckt, freizulegen. Nicht nur Klaus Fischer, Chef des gleichnamigen D\u00fcbelproduzenten, wei\u00df um die Wirksamkeit dieser Methode und konstatiert deshalb: \u201eInnovative Mitarbeiter sind das R\u00fcckgrat einer Firma\u201c<a title=\"\\\"\\\"\" href=\"\/en\/\"#_ftn6\\\"\">[6]<\/a>.<\/p>\n<p><b><span style=\"\\\"text-decoration:\" underline;\\\">F\u00fchrungsstil und Unternehmenskultur \u201e Ja\u2026Chef\u201c<\/span><\/b><\/p>\n<p style=\"\\\"text-align:\" justify;\\\">Damit kreative Mitarbeiter Raum zum Kreativsein haben, ist die Implementierung eines unternehmensspezifischen F\u00fchrungsstils und die Erarbeitung einer ausgewogenen Unternehmenskultur ein entscheidender Garant.&nbsp; \u201eDer F\u00fchrungsstil ist der wichtigste Erfolgsfaktor im Ideenmanagement. Unsere Analyse zeigt einen eindeutigen Zusammenhang&nbsp; zwischen dem gew\u00e4hlten F\u00fchrungsverhalten und den relevanten Kennzahlen im Ideenmanagement\u201c wei\u00df Sarah Dittrich, die die Leitung des Ideen- und Innovationsmanagements am deutschen Institut f\u00fcr Betriebswirtschaft in Frankfurt am Main innehat<a title=\"\\\"\\\"\" href=\"\/en\/\"#_ftn7\\\"\">[7]<\/a>. Unternehmen, die einen engagierten F\u00fchrungsstil pflegen, verdienen so pro Jahr mit einem Nutzen von 1350\u20ac pro Mitarbeiter ein Vielfaches im Vergleich zu jenen mit eigenn\u00fctzigen und selbstbezogenen F\u00fchrungsstilen (257\u20ac). In der Tat m\u00f6chte man meinen, jeder w\u00fcsste, dass eine offene, wertsch\u00e4tzende und kreative Atmosph\u00e4re DIE Ausgangsbasis f\u00fcr Innovationen darstellt. So h\u00e4ngen Leitbilder und Kommunikationsregeln in vielen B\u00fcros, Unternehmen pl\u00e4dieren formal f\u00fcr den gegenseitigen Respekt und r\u00fchmen sich mit der ethnischen Diversit\u00e4t, um so den strategischen&nbsp; und operativen Orientierungsrahmen vorzugeben und die Handlungsrichtlinien klar zu definieren.&nbsp; Letztlich gleichen aber die meisten festgeschriebenen Grunds\u00e4tze nur hohlen Phrasen. Vielleicht schlicht aus Unkenntnis wird verkannt, dass gerade eine unflexible, fest routinierte Unternehmenskultur in vielen F\u00e4llen das gr\u00f6\u00dfte Hindernis f\u00fcr die Innovationsf\u00e4higkeit eines Unternehmens bedeutet. Wie eine repr\u00e4sentative Studie der Steria&nbsp; Mummert Consulting (2010) aufdeckt, sch\u00e4tzen um die Zweidrittel der von 240 befragten Fach- und F\u00fchrungskr\u00e4fte von mittleren und gro\u00dfen Unternehmen in Deutschland die Arbeitsprozesse in ihrem Unternehmen als unflexibel ein<a title=\"\\\"\\\"\" href=\"\/en\/\"#_ftn8\\\"\">[8]<\/a>. Hier sollten sich Unternehmen fragen, ob Sie das eigentlich vorhandene ideenreiche Potential ihrer Mitarbeiter, die sich als fruchtbare Inkubationszellen erweisen k\u00f6nnten, einfach so ungenutzt verfallen lassen wollen. Manager werden heutzutage st\u00e4rker gefordert als je zuvor. Alle 5-10 Jahre verdoppelt sich das Wissen der Menschheit, und die Zeiten, in denen ein Mensch als Koryph\u00e4e auf seinem Gebiet das ganze Wissen eines Bereichs \u00fcberblicken konnte, sind sp\u00e4testens seit der industriellen Revolution vorbei. So ist der Manager heute der Kapit\u00e4n auf einem Schiff, der seine Crew durch das st\u00fcrmische Meer der zahllosen Innovationsideen, der&nbsp; Irrungen und Wirrungen, navigiert. Er muss die geistigen Kapazit\u00e4ten seiner Mitarbeiter fokussieren, kanalisieren und b\u00fcndeln. Auf die Frage, \u00fcber welche besonderen Qualifikationen ein Manager tats\u00e4chlich verf\u00fcgen sollte, formulieren R. Neef-Cramer und W. Mentzel in ihrem Buch \u201eInnovationsorientierte Personalentwicklung\u201c eine eindeutige Antwort. Demnach z\u00e4hlen&nbsp; unternehmerisches Denken, die F\u00e4higkeit, Entwicklungsprozesse zu initiieren und zu begleiten, strategisches Denken, unternehmerisches Handeln,&nbsp; die Gestaltung der Bereichs- und Unternehmenskultur sowie unternehmens- und gesellschaftspolitisches Denken als die \u201eMust-Haves\u201c<a title=\"\\\"\\\"\" href=\"\/en\/\"#_ftn9\\\"\">[9]<\/a>. Wenn die Unternehmenskultur kollektivistisch ausgerichtet ist und Mitarbeiter das Gef\u00fchl haben, dass sie partizipieren k\u00f6nnen, verfolgen sie Ziele nachhaltiger. Besonders das Deutsche Institut f\u00fcr Betriebswirtschaft betont einen \u201e[\u2026]intensiven Meinungsaustausch zwischen der F\u00fchrungsebene und Mitarbeitern, kollektive Entscheidungsfindung auf allen Ebenen, schnelle Entscheidungsprozesse, eine gerechte Arbeitsatmosph\u00e4re und kompetente und zielf\u00fchrende Entscheidungen[\u2026]\u201c <a title=\"\\\"\\\"\" href=\"\/en\/\"#_ftn10\\\"\">[10]<\/a> als zielf\u00fchrende Variabeln f\u00fcr Innovationen. Analysiert man die vielf\u00e4ltigen Erfolgsgeschichten zahlreicher Unternehmen von der entstandenen Idee bis zur gezielten Umsetzung, kristallisieren sich immer dieselben Erfolgspotentiale heraus. Setzen Sie also in der Kommunikationsstruktur auf die Diversit\u00e4t von gemischten Teams mit unterschiedlichen Ethnizit\u00e4ten, Altersgruppen, Geschlechtern und Erfahrungsbereichen, um keinerlei Potential zu verschenken. Nicht zuletzt dadurch konnte zum Beispiel die SAM Electronics GmbH die Prozesse in ihrem Unternehmen optimieren und einen drohenden massiven Stellenabbau abwenden. Und wie man als moderner Schrittgeber eine offene Unternehmenskultur zum Leben erwecken kann und dabei gleichzeitig Social Media einbezieht, tr\u00e4gt besonders die Frosta AG in die deutsche Industrielandschaft:&nbsp; \u201eUnsere Mitarbeiter, die mit Innovationen befasst sind, arbeiten an verschiedenen Orten und L\u00e4ndern. Wir haben daher als erstes Unternehmen einen Unternehmensblog eingef\u00fchrt, in dem Mitarbeiter offen im Intranet \u00fcber ihre Arbeit schreiben und berichten k\u00f6nnen. Und das alleine schon f\u00fchrt dazu, dass der offene Umgang auch gelebt wird von allen und dass die Leute sich gegenseitig&nbsp; informieren, was sie so machen- Mitarbeiter verschiedener&nbsp; Abteilungen k\u00f6nnen einfach \u00fcber ihre Arbeit berichten. Das wird viel genutzt. Und es geht auch darum, dass die Mitarbeiter mit Verbrauchern kommunizieren und so direkt interessante Anmerkungen bekommen\u201c <a title=\"\\\"\\\"\" href=\"\/en\/\"#_ftn11\\\"\">[11]<\/a>.<\/p>\n<p><b><span style=\"\\\"text-decoration:\" underline;\\\">Social Media \u201eHeute schon gepostet?\u201c<\/span><\/b><\/p>\n<p style=\"\\\"text-align:\" justify;\\\">Wussten Sie, dass der bayerische Senfhersteller Mari Facebook nutzte, um so v\u00f6llig neue Senfsorten zu entwickeln? Wer mit der Zeit geht und sich den neuen Kommunikationsinstrumenten anpasst, kann die Pioniere, Wegbereiter und Querdenker der Nation durch die Social Media Kan\u00e4le mit dem Unternehmen in einen Dialog treten lassen, der seines Gleichen sucht. Gem\u00e4\u00df dem Ausspruch \u201eSt\u00e4rken st\u00e4rken und Schw\u00e4chen schw\u00e4chen\u201c&nbsp; steht nach dem McKinsey Global Institute hier die T\u00fcr f\u00fcr einen lebendigen Wissensaustausch und Kooperation offen<a title=\"\\\"\\\"\" href=\"\/en\/\"#_ftn12\\\"\">[12]<\/a>. Nicht nur die Kundenbindung wird durch diese Einbeziehung gefestigt, sondern durch die ehrlichen und kontingenten R\u00fcckmeldungen \u00fcber Produkte und Dienstleistungen er\u00f6ffnen sich hier ganz neue Erfahrungshorizonte. Wenn ein Verbraucher Sie mittels eines kurzen Posts auf eine neue Idee bringt oder Ver\u00e4nderungsbedarf aufzeigt, kann Ihre Abteilung f\u00fcr Forschung und Entwicklung schlie\u00dflich ans Werk gehen und den kreativen Part der Probleml\u00f6sung steuern. Wie Unternehmen proaktiv durch die Nutzung&nbsp; von diversen sozialen Netzwerken auch nebenbei die so oft schmerzlich vermissten Nachwuchskr\u00e4fte von morgen begeistern k\u00f6nnen, machen die gro\u00dfen Wirtschaftsunternehmen wie BMW, BASF oder Lufthansa vor. \u00dcber Facebook, XING und Twitter bauen sie sich attraktive Arbeitgeberseiten auf, posten verf\u00fcgbare Jobangebote&nbsp; oder informieren \u00fcber aktuelle Wirtschaftsprojekte und erreichen so eine gro\u00dfe Zahl an Young Talents und High Potentials wie nie zuvor. Gerade auf diesem Wege kann auch das neueste wissenschaftliche Know- How in das Unternehmen rekrutiert werden, das eine hervorragende Ausgangsbasis f\u00fcr die neue innovative Elite darstellt. Damit ist eine Arbeitergeberpr\u00e4senz in einzelnen sozialen Netzwerken f\u00fcr die Innovationsf\u00f6rderung sehr zu empfehlen.<\/p>\n<p><b><span style=\"\\\"text-decoration:\" underline;\\\">Personalentwicklung \u201eHier bin ich zu Hause\u201c<\/span><\/b><\/p>\n<p style=\"\\\"text-align:\" justify;\\\">Neben einer gelebten wertsch\u00e4tzenden Unternehmenskultur und der Nutzung technologischer Tools m\u00fcssen auch Entwicklungschancen in jedem Unternehmen transparent sein, wie sie oftmals innerhalb der Personalentwicklung formuliert werden. Die IG Metall empfiehlt hier als Tipp: \u201eDer Vorstand sollte eine Personalentwicklungsstrategie, die sich konsequent aus der&nbsp; Strategieformulierung ableitet, vorlegen. Dabei ist die zentrale Frage zu beantworten, wie der Vorstand das heutige Personal in den n\u00e4chsten 5 Jahren weiterentwickeln will, um die bis dahin wirkenden strategischen Ziele erreichen zu k\u00f6nnen\u201c <a title=\"\\\"\\\"\" href=\"\/en\/\"#_ftn13\\\"\">[13]<\/a>. So nehmen viele gro\u00dfe Unternehmen die Chance wahr, Mitarbeiter durch Seminare \u00fcber Kooperationsf\u00e4higkeit, Innovationsfreude und Kommunikationskompetenzen, Teamentwicklungsevents oder auch Mentorenprogramme dauerhaft zu qualifizieren. Die Wissbegierde der Jugend kann durch solche Instrumente auf verschiedene Weisen mit der Erfahrung der \u00c4lteren kombiniert und zu Tage gebracht werden, um an kreativen Ideen zu feilen und eine m\u00f6gliche Umsetzung zu evaluieren. Laut Forsa Studie 2010 vertraten auch tats\u00e4chlich 91% der befragten Personalverantwortlichen die \u00dcberzeugung, dass ein kontinuierliches Weiterbildungsangebot eine Steigerung der unternehmerischen Innovationskraft bewirkt. Durch diese gezielten Ma\u00dfnahmen werde die Motivation erh\u00f6ht (89%) und auch die Loyalit\u00e4t zum eigenen Unternehmen gest\u00e4rkt (69%)<a title=\"\\\"\\\"\" href=\"\/en\/\"#_ftn14\\\"\">[14]<\/a>.<\/p>\n<p style=\"\\\"text-align:\" justify;\\\">Von einem ver\u00e4nderten Bed\u00fcrfnis der \u201eneuen Generation Y\u201c schreiben derzeit ja auch alle gro\u00dfen Zeitungen. So entscheiden sich die \u201ejungen Wilden\u201c heute f\u00fcr einen Arbeitgeber, der sie auf der pers\u00f6nlichen Ebene aber auch \u00fcber die gesamte Lebensspanne hinweg einbindet. Wir empfehlen unseren Kunden daher stets, schon Sch\u00fcler, Auszubildende und Studenten vom eigenen Unternehmen zu beeindrucken. Geeignete Mittel daf\u00fcr sind die Vergabe von unternehmenseigenen Stipendien oder Studienf\u00f6rderungen, ein umfassendes und interessantes Angebot an Praktika und&nbsp; Werkstudentenstellen oder die Zusammenarbeit mit studentischen Unternehmensberatungen, damit die neue Generation Sie \u00fcberhaupt erst einmal kennenlernen kann.&nbsp; Eine weitere geeignete Ma\u00dfnahme ist \u00fcberdies die Teilnahme an regionalen oder \u00fcberregionalen Rekruitingmessen und Jobb\u00f6rsen, damit Ihr Angebot Aufmerksamkeit erregt.<\/p>\n<p style=\"\\\"text-align:\" justify;\\\">Ein negativer und hemmender Innovationsfaktor innerhalb der Personalentwicklung ist h\u00e4ufig fehlendes oder mangelndes Feedback. Viele Unternehmen nehmen sich keine Zeit, die vorhandenen St\u00e4rken und Schw\u00e4chen gegenseitig zu analysieren. Doch gerade durch diesen Austausch w\u00fcrde sich die Kenntnis \u00fcber dringenden Lern- und Innovationsbedarf erschlie\u00dfen und resultierende Optimierungsma\u00dfnahmen k\u00f6nnten abgeleitet werden. Die mangelnde Motivation f\u00fcr Innovationen kann zu Teilen ihren Ursprung in dem ungenutzten Einsatz von Boni und Pr\u00e4mien haben, die nur rund 36% der Unternehmen nutzen, wie das McKinsey Global Institute ermittelt hat<a title=\"\\\"\\\"\" href=\"\/en\/\"#_ftn15\\\"\">[15]<\/a>. Neben derartigen Anreizen k\u00f6nnen Unternehmen aber auch neue Impulse und Chancen von eigens geschaffenen \u201eKommunikationszentren\u201c wie Arbeitskreisen und Qualit\u00e4tszirkeln nutzen, um einen verbesserten Adaptionsprozess durch den Transfer von wissenschaftlichem Know- How in die Praxis zu erreichen.<\/p>\n<p><b><span style=\"\\\"text-decoration:\" underline;\\\">Arbeitskreise \u201eIch bin dann mal im Meeting\u2026\u201c<\/span><\/b><\/p>\n<p style=\"\\\"text-align:\" justify;\\\">Unter der gro\u00dfen Rubrik von \u201eArbeitskreisen\u201c fasst man die immer gr\u00f6\u00dfer werdende Zahl von&nbsp; kleinen innerbetrieblichen Arbeitsgruppen f\u00fcr das Ideenmanagement zusammen. Die Angestellten treffen sich in einem vorher festgelegten Turnus, um ein bestimmtes Problem oder Thema, wie verbesserte Arbeitsablaufstrukturen oder auch Arbeitsbedingungen, zu diskutieren, reflektieren und analysieren. Neue Ideen k\u00f6nnen hier generiert oder unbrauchbare Vorschl\u00e4ge herausdestilliert werden. Geleitet wird ein solcher Arbeitskreis von einem Moderator, der daf\u00fcr sorgt, dass bestimmte Fristen eingehalten oder die Idee ans Management weitergeleitet wird. Wie genau die Struktur eines solchen Arbeitskreises aufgebaut ist und welche Mitarbeiter in den Kreis der Teilnehmer eingeladen werden, obliegt in der endg\u00fcltigen Ausgestaltung der F\u00fchrungsebene. Viele innovative Unternehmen konnten dank dieser Methode aber bereits international expandieren.<\/p>\n<p style=\"\\\"text-align:\" justify;\\\">Ein anschauliches Beispiel f\u00fcr die gro\u00dfz\u00fcgige praktische Umsetzung jener \u201eArbeitskreise\u201c illustriert&nbsp; auf anregende Art und Weise Freudenberg Sealing Technologies. Mit der Erschaffung von so genannten \u201eMarcet Intelligence Teams\u201c, die eine gro\u00dfe Anzahl an Trends in einem Trendradar erfassen, ist ihnen eine gelungene Umsetzung dieser Methode zweifellos gegl\u00fcckt<a title=\"\\\"\\\"\" href=\"\/en\/\"#_ftn16\\\"\">[16]<\/a>.<\/p>\n<p><b><span style=\"\\\"text-decoration:\" underline;\\\">Fazit \u201eAuf los geht\u2018s los\u201c<\/span><\/b><\/p>\n<p style=\"\\\"text-align:\" justify;\\\">Wie zahlreiche Beispiele aus der \u00d6konomie zeigen, konnten erfolgreich innovativ agierende Unternehmen durch eine Ver\u00e4nderung in ihrer Personalstrategie- wie einem Ausbau an Trainee- und Praktikumsprogrammen-, dem \u00dcberdenken des F\u00fchrungsstils und der vorhandenen Anreizsysteme oder der Einf\u00fchrung von Arbeitskreisen die Innovationskraft ihres Unternehmens steigern. Ein Konglomerat aus verschiedensten Einflussfaktoren angefangen von einer zielf\u00fchrenden Recruitingstrategie \u00fcber spezifische Personalentwicklungssysteme bis hin zu strukturierter Organisationsentwicklung ist das Fundament der Innovationsf\u00f6rderung. Wir hoffen, dass dieser Artikel dazu dienen kann, sie \u00fcber die neuesten Entwicklungen im Bereich des Innovationsmanagements zu informieren und bei Ihnen die Lust auf Ver\u00e4nderung weckt. Auch wenn mittelst\u00e4ndische Unternehmen nicht \u00fcber gro\u00dfe Kapazit\u00e4ten im Personalmanagement verf\u00fcgen, ist ein gewinnbringender Umschwung hin zu einem geordneten Organisations- und Innovationsmanagement oft mit weniger Aufwand und Zauberei verbunden, als ihn die meisten scheuen.<\/p>\n<p style=\"\\\"text-align:\" justify;\\\">Wie hei\u00dft es so sch\u00f6n? Ver\u00e4nderung ist das einzig Best\u00e4ndige im Leben. Also nehmen Sie sich doch die Zeit und hinterfragen Sie Ihre vorherrschenden Arbeitsprozesse kritisch besonders auch im Diskurs mit Ihren Angestellten. Vielleicht ist gerade Ihr Unternehmen schon bald der First Mover mit der neuesten Innovation.<\/p>\n<p><strong>Autoren:<\/strong><\/p>\n<p style=\"\\\"text-align:\" justify;\\\"><strong>Benjamin Koch<\/strong> ist <a title=\"\\\"mittelstandsberater\" clockwise consulting\\\" href=\"\/en\/\"http:>Senior Consultant<\/a> f\u00fcr den Bereich <a title=\"\\\"clockwise\" consulting - personal &amp; organisation\\\" href=\"\/en\/\"http:>Organisationsentwicklung<\/a> bei der Mittelstandsberatung <a title=\"\\\"clockwise\" consulting - die beratung f\u00fcr den mittelstand\\\" href=\"\/en\/\"http:>Clockwise Consulting GmbH<\/a>. Seine Beratungsschwerpunkte liegen im Bereich strategische Personalentwicklung und Leistungsbewertung. Er lehrt seit 2011 an der Fachhochschule Jena das Fach \u201ePersonalf\u00fchrung f\u00fcr Wirtschaftsingenieure\u201c. Als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der <a title=\"\\\"hr\" &amp; sport consulting\\\" href=\"\/en\/\"http:>HR &amp; Sport Consulting<\/a> ist er als <a title=\"\\\"sport\" consulting - sportpsychologie\\\" href=\"\/en\/\"http:>sportpsychologischer Berater<\/a> und <a href=\"\/en\/\"http:>Business Coach<\/a> t\u00e4tig.<\/p>\n<p style=\"\\\"text-align:\" justify;\\\"><b>Olivia Paucker<\/b> ist Visiting Associate bei der Clockwise Consulting GmbH und Mitglied in der studentischen Unternehmensberatung contact &amp; cooperation Trier e.V. Ihre Studienschwerpunkte liegen in den Bereichen des Personalmanagements und der Arbeits- und Organisationspsychologie. Studienbegleitend ist sie in vielf\u00e4ltigen Projekten zum Organisationsmanagement aktiv und betreut dar\u00fcber hinaus internationale Studenten an ihrer Universit\u00e4t.<\/p>\n<div>\n<hr align=\"\\\"left\\\"\" size=\"\\\"1\\\"\" width=\"\\\"33%\\\"\">\n<div>\n<p><a title=\"\\\"\\\"\" href=\"\/en\/\"#_ftnref1\\\"\">[1]<\/a> http:\/\/www.faktor-a.arbeitsagentur.de\/themen\/innovationen-steuern<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\\\"\\\"\" href=\"\/en\/\"#_ftnref2\\\"\">[2]<\/a> http:\/\/www.faktor-a.arbeitsagentur.de\/themen\/innovationen-steuern<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\\\"\\\"\" href=\"\/en\/\"#_ftnref3\\\"\">[3]<\/a> \u201e Innovationskraft ohne Fachkr\u00e4fte. Wie k\u00f6nnen Familienunternehmen gegensteuern?\u201c<\/p>\n<p>Herausgegeben von der PriceWatersCoopers AG Wirtschaftpr\u00fcfungsgesellschaft (Januar 2012)<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\\\"\\\"\" href=\"\/en\/\"#_ftnref4\\\"\">[4]<\/a> <a href=\"\/en\/\"http:>http:\/\/www.iao.fraunhofer.de\/lang-de\/images\/downloadbereich\/200\/innovationsprozesse-managen.pdf<\/a><\/p>\n<p>(Juli 2011, Bonn)<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\\\"\\\"\" href=\"\/en\/\"#_ftnref5\\\"\">[5]<\/a> Erfolgsfaktor Innovationskultur. Das Innovationsmanagement der Zukunft &#8211; Corporate Creativity Studie 2011 von Jens-Uwe Meyer<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\\\"\\\"\" href=\"\/en\/\"#_ftnref6\\\"\">[6]<\/a> http:\/\/www.faktor-a.arbeitsagentur.de\/themen\/innovationen-steuern\/sechs-thesen-zu-innovation-und-wachstum-von-klaus-fischer<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\\\"\\\"\" href=\"\/en\/\"#_ftnref7\\\"\">[7]<\/a> \u201eManagementkompass neue Gesch\u00e4ftsmodelle\u201c von Steria Mummert Consulting<\/p>\n<p>Link http:\/\/www.steria.com\/de\/presse\/presseinformationen\/press-releases-detail\/article\/studie-versicherer-auf-kundenfang<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\\\"\\\"\" href=\"\/en\/\"#_ftnref8\\\"\">[8]<\/a> http:\/\/www.ils.de\/ueber-uns\/presse\/pressearchiv\/forsa-studie-2010<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\\\"\\\"\" href=\"\/en\/\"#_ftnref9\\\"\">[9]<\/a> http:\/\/www.symposion.de\/kapitel08710102_WERK7001002.html<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\\\"\\\"\" href=\"\/en\/\"#_ftnref10\\\"\">[10]<\/a> \u201eInnovationskultur: Vom Leidensdruck zur Leidenschaft. Wie Top-Unternehmen ihre Organisation mobilisieren\u201c, Campus Verlag (2007)<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\\\"\\\"\" href=\"\/en\/\"#_ftnref11\\\"\">[11]<\/a> \u201eInnovationskultur: Vom Leidensdruck zur Leidenschaft. 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