{"id":422,"date":"2010-10-05T13:33:53","date_gmt":"2010-10-05T11:33:53","guid":{"rendered":"https:\/\/cwctest.de\/2010\/10\/05\/quo-vadis-chancen-von-mpayment-das-ultimative-mpayment\/"},"modified":"2010-10-05T13:33:53","modified_gmt":"2010-10-05T11:33:53","slug":"quo-vadis-chancen-von-mpayment-das-ultimative-mpayment","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/clockwise-consulting.de\/en\/2010\/10\/05\/quo-vadis-chancen-von-mpayment-das-ultimative-mpayment\/","title":{"rendered":"Quo Vadis: Chancen von mPayment \u2013 Das ultimative\u00a0mPayment"},"content":{"rendered":"<p style=\"\\\"text-align:\" justify;\\\">Von Julia Fuhrmann<\/p>\n<p style=\"\\\"text-align:\" justify;\\\">Seit nun knapp 4 Jahren gibt es in Deutschland mehr Mobiltelefone als&nbsp; Einwohner. Die j\u00e4hrlich rund 30 Mio. neu verkauften Handys treiben nicht nur das Zusammenwachsen von Sprach- und Datenwelt, sondern vor allem die Ausbreitung mobiler Gesch\u00e4ftsmodelle voran. Auf jeden der rund 82 Mio. Bundesb\u00fcrger str\u00f6men also, je nach Handybesitz einerseits, nach der Statistik andererseits, mindestens doppelt mCommercial oder M2M-Angebote ein. Daneben entwickelt sich auch das mPayment&nbsp; (Bezahlungssysteme \u00fcber das&nbsp; Handy) weiter und hat zus\u00e4tzliche wirtschaftliche Reize.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"\\\"text-align:\" justify;\\\">Vor allem aber hat es eine h\u00f6chst gewinnbringende Wirkung f\u00fcr den Nutzer. Mobile Bezahlung von Dienstleistungen und Konsumg\u00fctern ist beliebt und bequem \u2013 gleichwohl ob Musik-Downloads, Dokumente aus dem Internet oder Abos, die Einsatzm\u00f6glichkeiten, und somit der Mehrwert f\u00fcr den Endnutzer, steigen t\u00e4glich. Das Handy ist zum (\u00fcber-)lebenswichtigen Begleiter des Menschen geworden &#8211; und erm\u00f6glicht in der Zukunft universelle mobile Gesch\u00e4ftsmodelle f\u00fcr Unternehmen. Neben der gew\u00fcnschten Wirtschaftlichkeit f\u00fcr den Anbieter ist vor allem in Zeiten finanzieller Unsicherheiten die Kostenkontrolle und Transparenz mobiler Anwendungen und Services wie im Beispiel mPayment f\u00fcr den User Voraussetzung f\u00fcr den Erfolg. Die aktuellen mPayment-L\u00f6sungen erlauben den Anwendern eine sichere Abrechnung ihrer K\u00e4ufe und einen transparenten Zugang zu den bezahlten Contentbereichen. Die Abrechnungen erfolgen dann per Mobilfunkrechnung oder durch die klassischen Online-Zahlungswege, und das unabh\u00e4ngig von dem jeweiligen Netzbetreiber, wie z. B. T-Mobile, E-Plus oder Vodafone. Die f\u00fcr den Anbieter technisch vergleichsweise einfache Umsetzung ist f\u00fcr den Anwender \u00e4u\u00dferst sicher; besonders bedingt durch die gegebene Verschl\u00fcsselung im Mobilfunknetz und die direkte Zuordnung der Mobilfunknummer zum Nutzer.<\/p>\n<p style=\"\\\"text-align:\" justify;\\\"><strong>Das technische mPayment<\/strong><\/p>\n<p style=\"\\\"text-align:\" justify;\\\">Am Beispiel der mPayment-M\u00f6glichkeiten wird deutlich, wie multidimensional und&nbsp; vielschichtig kombinierbar die technischen M\u00f6glichkeiten sind. Derzeit dominiert in Deutschland der frei tarifierbare Kurzwahldienst per SMS oder alternativ per MMS, dieser erm\u00f6glicht die Bestellung von&nbsp; telekommunikationsnahen, nicht-physischen Dienstleistungen oder G\u00fctern. Der Anbieter ist hier flexibel in der Preisgestaltung und der&nbsp; Anwender flexibel in der Nutzung, denn eine&nbsp; Registrierung f\u00fcr die Inanspruchnahme des Dienstes ist nicht notwendig. Erst nach der Beantwortung einer kostenfreien SMS inkl. Best\u00e4tigungskennwort kommt die&nbsp; Willenserkl\u00e4rung des Endnutzers zustande. Mit dieser \u201eHandshake\u201c Regelung ab einem&nbsp; Kaufpreis von zwei Euro sch\u00fctzt der Gesetzgeber zus\u00e4tzlich vor Missbrauch. Ausgenommen von dieser Regelung sind&nbsp; G\u00fcter \u00f6ffentlichen Interesses. Bei registrierungspflichtigem mPayment ist dieser Zwischenschritt nicht mehr n\u00f6tig, da der User vorher einen Zahlungsweg ausw\u00e4hlen&nbsp; und den AGB zustimmen muss. Die&nbsp; Anwendbarkeit auf physische G\u00fcter, au\u00dferhalb der digitalen Welt, erm\u00f6glicht auch den Handel f\u00fcr G\u00fcter \u00fcber das Mikro-Payment hinaus.<\/p>\n<p style=\"\\\"text-align:\" justify;\\\">Telefonieaffinen Nutzern stehen die Voice-Anwendungen als Alternative zur&nbsp; Verf\u00fcgung, die im Wesentlichen den SMS-Anwendungen gleichen. Spannender sind die neuesten Hardware-basierten Technologien, die jedoch teilweise auf dem deutschen Mobilfunkger\u00e4temarkt noch nicht eingef\u00fchrt wurden oder bei denen die unterst\u00fctzenden Gegenstellen nicht sehr verbreitet sind. Diese Verfahren, wie beispielsweise die Kontaktloskarten, basierend auf der NFC-Technologie, \u00fcberwiegend unter Integration eines RFID-Chips (Radio Frequency Identification Chips), bieten wahrscheinlich den gr\u00f6\u00dften Vorteil \u2013 in der drahtlosen Kommunikation als auch in der Adaption der&nbsp; Kartenzahlung. Ebenso k\u00f6nnten die&nbsp; Guthabenverwaltung auf dem Ger\u00e4t sowie die Peer-to-Peer-Zahlungen (P2P) Anreize zur&nbsp; Nutzung darstellen. Ein hervorragendes Beispiel f\u00fcr die m\u00f6gliche Verschmelzung verschiedener Technologien im mPayment ist die leistungsbezogene Abrechnung \u00fcber Hardware-Systeme, zum Beispiel bekannt aus dem Pilotprojekt \u201eTouch&amp;Travel\u201c. Der rasante Aufstieg des mobile Web-Trends&nbsp; fordert nat\u00fcrlich auch dort nach ad\u00e4quaten L\u00f6sungen. Neben der derzeit wohl elegantesten L\u00f6sung, dem WAP-Billing (mittels Browser oder Applikation), bieten sich dem Nutzer ebenfalls Adaptionen aus dem Web. Mit der zunehmenden Verschmelzung von Internet und mobile Web werden die im Web etablierten Payment-Arten und -Anbieter auch auf den mobilen Endger\u00e4ten zu finden sein. Dabei sollten sich mit neuen Marktteilnehmern st\u00e4rker auf das mobile Endger\u00e4t zugeschnittene Variationen der bisherigen Prozesse entwickeln.<\/p>\n<p style=\"\\\"text-align:\" justify;\\\"><strong>Das zeitgeistige mPayment<\/strong><\/p>\n<p style=\"\\\"text-align:\" justify;\\\">Die vollkommen auf den Nutzer und das Einsatzgebiet abgestimmte, in dieser Form einzigartige und zukunftstr\u00e4chtige L\u00f6sung hat aktuell die Firma the agent factory GmbH mit&nbsp; einem gro\u00dfen deutschen Verkehrsunternehmen und dem bekannten Premium-Mobile-Anbieter DIMOCO entwickelt. Im Mai starten sie das mTicket-Pilotprojekt, wor\u00fcber der Nutzer simpel, schnell und vor allem ohne Registrierung an sein mTicket f\u00fcr den \u00d6PNV gelangt. Der erste Weg via Voicemail ist vergleichbar mit dem Gespr\u00e4chsserver des klassischen Mailboxsystems. Der Kunde wird \u00fcber die zwei Entscheidungsschritte, Einzel- oder Tages- sowie Erwachsenen- oder Kinderticket, von einer freundlichen Damenstimme zum Ticket begleitet. Dieses bekommt er dann final per SMS auf das Handy gesendet. Die Alternative hei\u00dft SMS &#8211; damit sendet der Kunde, zu den g\u00e4ngigen Tarifen, die Art des Fahrscheins an die Betreiberkurzwahl und bekommt ebenfalls sekundenschnell sein mTicket per SMS. Der Vorteil des simplen Handlings kann sich jedoch schnell in den Nachteil des geringen Komplexit\u00e4tspotentials verwandeln. Das angebundene SMS-Gate ignoriert eventuell falsche Schreibweisen, was bei einem Versehen das vergebliche Warten auf das Ticket zur Folge hat. Problematisch k\u00f6nnte der leichte Transfer der SMS-Tickets zu anderen Handys sein &#8211; im Kampf gegen diese kriminellen Energien werden Verschl\u00fcsselungen eingearbeitet, die nur den Kontrolleuren ersichtlich sind und die simple Weiterleitung der mTickets per SMS erschweren. Komplexer, daf\u00fcr aber mit h\u00f6herem Implementierungsaufwand verbunden, erm\u00f6glicht die durch den Nutzer installierbare J2ME-Applikation mit QR-Codes den Ticketkauf. Sie bietet unter anderem zus\u00e4tzlich zum Ticket neben Hilfestellungen durch ein integriertes \u00d6PNV-Adressrouting auch St\u00f6rungsmeldungen, Serviceinformationen und eine pers\u00f6nliche Favoritenfunktion. Generell sind alle drei Bestellwege nicht nur sehr benutzerfreundlich, sondern gleicherma\u00dfen auch benutzerspezifisch. Das Payment erfolgt sofort und mobil; dabei ist neben der vollen Kontrolle ebenso die Transparenz \u00fcber die&nbsp; Abrechnung in der Mobilfunkrechnung gegeben.<\/p>\n<p style=\"\\\"text-align:\" justify;\\\"><strong>Das trendige mPayment<\/strong><\/p>\n<p style=\"\\\"text-align:\" justify;\\\">Die technischen Trends und der Zusatznutzen f\u00fcr den User gehen Hand in Hand: Anbieter werben mit Individualit\u00e4t und Informationsfreiheit \u2013 User werden immer mobiler, spontaner und flexibler. Dazu z\u00e4hlt zum Beispiel der unaufh\u00f6rliche Trend der Vereinfachung: das bargeldlose Bezahlen. Nachdem sich die Geldkarte nicht durchsetzen konnte, vermutlich durch den Zusatzaufwand des Aufladens, sind rund ein Drittel der unter 40-j\u00e4hrigen dem mPayment im Micropayment-Bereich zugetan und sogar 76% der Gesamtbev\u00f6lkerung k\u00f6nnen sich vorstellen, mobil Tickets zu kaufen. Hier spiegelt sich deutlich die Tendenz zum bargeldlosen, spontanen, zeit- und ortsunabh\u00e4ngigen Kaufverhalten der Deutschen wieder. Die wirtschaftliche Erkl\u00e4rung des mPayment-Trends zielt auf die betriebs\u00f6konomischen Vorteile von Unternehmen. Die Einf\u00fchrung von Zusatzleistungen, wie das beschriebene mTicketing in dem \u00d6PNV-Unternehmen, k\u00f6nnte entgegen den abnehmenden Kundenzahlen, h\u00e4ufigen Automatendefekten und dem generellen M\u00fcnzgeldproblem der Nutzer den \u00d6PNV wieder attraktiver gestalten. Die Applikationen sind&nbsp; zum einen funktional f\u00fcr t\u00e4gliche \u00d6PNV-Kunden und&nbsp; Pendler, daneben entsteht ein sp\u00fcrbar hoher&nbsp; Mehrwert ebenso f\u00fcr Touristen oder Manager durch den Orientierungsbonus. So kann in der Applikation Start- und Zielhalt angegeben werden und der passende Fahrschein und Tarif wird automatisch gew\u00e4hlt. Die Verschmelzung neuer Technologien mit&nbsp; individuellen Kundenbed\u00fcrfnissen f\u00fchrt hier sichtbar zu h\u00f6chstem Mehrwert f\u00fcr den Endnutzer.<\/p>\n<p style=\"\\\"text-align:\" justify;\\\"><strong>Das erfolgreiche mPayment<\/strong><\/p>\n<p style=\"\\\"text-align:\" justify;\\\">Der Erfolg des mPayment-Piloten von the agent factory f\u00fcr den PNV ist von bestimmten fixen und variablen Erfolgskriterien abh\u00e4ngig. Die bereits genannte Wirtschaftlichkeit und Sicherheit vor Missbrauch f\u00fcr den Nutzer stehen dabei an erster Stelle. Diese Bedingungen muss&nbsp; das Bezahlsystem erf\u00fcllen, wenn es am Markt bestehen will.&nbsp; Bevor die weitere&nbsp; Gestaltung der Bezahlsysteme erfolgt, m\u00fcssen ebenfalls Mehrwert und Usability garantiert werden. Diese als fixe Anforderungen erfassten Kriterien richten sich an die Bezahlsysteme und die mobilen Endger\u00e4te gleicherma\u00dfen. Dar\u00fcber hinaus finden die variablen Kriterien einsatzbezogen und multipel verkn\u00fcpft unterschiedlich starke Ber\u00fccksichtigung. Zu den entscheidenden flexiblen Anforderungen, bei denen folglich die Kompromissf\u00e4higkeit der betroffenen Akteure st\u00e4rker ausgepr\u00e4gt ist, geh\u00f6ren zudem Interoperabilit\u00e4t, Reichweite und Flexibilit\u00e4t. Im Vergleich zu den fixen Erfolgskriterien ist hier ein gr\u00f6\u00dferer Spielraum bez\u00fcglich der konkreten Auspr\u00e4gung m\u00f6glich; die Intensit\u00e4t variiert entsprechend des Einsatzzwecks. Das gilt auch f\u00fcr die Vermeidung von Medienbr\u00fcchen und die Aufrechterhaltung der Performance; diese ist derzeit f\u00fcr den Zahlungsvorgang des unkomplizierten Ticketkaufs f\u00fcr den \u00d6PNV relevanter einzusch\u00e4tzen &#8211; im Vergleich zum Bestellen von Klingelt\u00f6nen.<\/p>\n<p style=\"\\\"text-align:\" justify;\\\"><strong>Das futuristische mPayment<\/strong><\/p>\n<p style=\"\\\"text-align:\" justify;\\\">Die multidimensionalen und differenzierten Einsatzm\u00f6glichkeiten der genannten technischen mPayment-Systeme er\u00f6ffnen zahlreiche neue Perspektiven. Beispielsweise sind im Bereich des mobilen Ticketing Just-in-time-L\u00f6sungen f\u00fcr den \u00d6PNV vorstellbar. So k\u00f6nnten Busfahrten in l\u00e4ndlichen Regionen nur nach Bedarf, etwa \u00fcber mobiles Messaging, stattfinden. In direkter Verbindung mit dem mobilen Ticketing sind auch Hilfestellungen f\u00fcr Touristen zur Orientierung denkbar. Diesen k\u00f6nnte in einer erweiterten Navigationsstruktur, neben dem passenden Ticket, auch Haltestellen etwaiger Sehensw\u00fcrdigkeiten in der Umgebung angeboten werden &#8211; wodurch die Zielerreichung erheblich vereinfacht und beschleunigt w\u00fcrde. Passend dazu w\u00e4re auch die&nbsp; Fu\u00dfg\u00e4ngernavigation ausbauf\u00e4hig &#8211; so k\u00f6nnten Passanten nach der Ankunft an der Zielhaltestelle \u00fcber Geokoordinaten zum Zielpunkt gef\u00fchrt werden.&nbsp; Weiterhin k\u00f6nnte auch die Verbindung zwischen Parkplatztickets, \u00d6PNV und Park&amp;Ride Specials angedacht werden, um Gro\u00dfstadtabenteuer in Zukunft stressfreier zu gestalten. Stressfrei via Handy morgens aus dem Bett heraus frische Croissants zu bestellen kl\u00e4nge ebenso verlockend wie das Buchen einer k\u00fchlen Dusche bei einem hei\u00dfen Sommerfestival.&nbsp; So vielseitig diese Perspektiven auch sein m\u00f6gen, so ist doch das oft untersch\u00e4tzte oder verdr\u00e4ngte Kriterium der Usability entscheidend. F\u00fcr mPayment-Systeme gibt es letztendlich keine universelle und perfekte L\u00f6sung, entscheidender ist die Anpassung der Systeme an ihre Nutzer \u2013 eine differenzierte und prestigetr\u00e4chtige Technik wird sich nur durchsetzen k\u00f6nnen, wenn sie f\u00fcr den User praktisch handlebar ist und einen erkennbaren Mehrwert schafft.<\/p>\n<p style=\"\\\"text-align:\" justify;\\\"><em>Dieser Artikel wurde bereits in Mobile Zeitgeist, Special&nbsp; (mCommerce), Ausgabe 2, 2009, ver\u00f6ffentlicht.<\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Julia Fuhrmann Seit nun knapp 4 Jahren gibt es in Deutschland mehr Mobiltelefone als&nbsp; Einwohner. Die j\u00e4hrlich rund 30 Mio. neu verkauften Handys treiben nicht nur das Zusammenwachsen von Sprach- und Datenwelt, sondern vor allem die Ausbreitung mobiler Gesch\u00e4ftsmodelle voran. Auf jeden der rund 82 Mio. 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